Christengemeinde Neuss - Slogan

Bibelvers des Monats 
September 2019



 

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? 

Matthäus 16,26


In dem Abschnitt davor (Verse 21-23) spricht der Herr Jesus zum ersten Mal über sein Leiden, sein Sterben und von seiner Auferstehung am dritten Tag. Doch Petrus kann es einfach nicht wahrhaben, was der Herr über sich und das Ende seines irdischen Lebens sagt. Hier lernen wir von Petrus, wie ein solcher Gläubiger, der noch im Vers 16 Jesus als Christus, als den Sohn des lebendigen Gottes bestätigte, auf einmal zum Widersacher des Herrn werden kann. Aber so sind wir Menschen, so sind wir Gläubigen! Trotz Wiedergeburt, geistlichen Wachstums und mit den größten geistlichen Gaben ausgestattet, dennoch komplett fleischlich denken und handeln. Menschlich gesehen, können wir Petrus sehr gut verstehen. So wie er sind auch wir als Jesu Jünger, solche, die einen klaren Blick für das Diesseits haben.
 
Das gilt vor Allem in der Nachfolge, von der der Herr Jesus in den Versen 24-28 zu seinen Jüngern spricht. In diesen Versen formuliert der Herr einfach seinen Anspruch an diejenigen, die als seine Jünger eine Beziehung zu Ihm haben. Der Herr wünscht, dass wir Ihm wahrhaftig nachkommen. Das heißt, dass wir den Weg, den Er gegangen ist, auch gehen: ein Leben für Gott, ein Leben in Absonderung vom Bösen und bösen Menschen, ein Leben in Gemeinschaft mit den Gläubigen und vieles mehr. Christus geht sogar davon aus, dass wir seinem Weg folgen wollen. Dazu aber ist eine innere Haltung nötig und mindestens drei Schritte einer Jüngerschaft nötig, die der Herr uns hier aufzeigt: Man muss sich selbst verleugnen und sein Kreuz aufnehmen und dann auch konsequent seinen Weg gehen. Da wir Sünder sich, haben wir in allen drei Bereichen Defizite. Denn wie oft steht unser eigenes Leben, meine Seele, mein Ich, im Vordergrund, das wir zu retten suchen. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren (Vers 24). Das heißt, er wird das eigentliche Ziel, wofür Gott ihn vorgesehen hat, nicht erreichen. Dieser Ausspruch über das Leben des Jüngers kommt insgesamt sechsmal in den Evangelien vor.

In den Versen 26-28 spitzt der Herr diesen Gedanken extrem zu. Er sagt, dass es unmöglich ist, die ganze Welt zu gewinnen und zu vereinnahmen. Angenommen ein Mensch würde das schaffte: Was für einen Nutzen hätte er davon, wenn er seine Seele dafür einbüßt und das eigentliche Ziel des Lebens verpasst? Wenn es sich um einen Menschen handelt, der sich nicht bekehrt hat, dann geht er ewig verloren, denn er kann als Lösegeld (Gegenwert) für die notwendige Rettung seiner Seele Gott schlichtweg nichts anbieten. Selbst der Besitz der ganzen Welt reicht nicht aus, um das zu begleichen, was er durch die Sünde in seinem Leben angerichtet hat. Das zeigt uns den Wert, den unsere Seele in den Augen Gottes besitzt: Sie ist unsterblich. Nichts haben wir Menschen für diesen unendlich hohen Wert anzubieten und wir können nur dankbar das Werk auf Golgatha des Herrn Jesus dafür annehmen.

Wenn der Mensch bereits bekehrt ist und bereit ist, sein Leben um des Herrn willen zu verlieren, dann wird er keinen Lohn mitnehmen können in die Ewigkeit, sondern er wird großen Lohn und Belohnung von dem Herrn, der wiederkommt, im 1.000-jährigen Friedensreich empfangen. Er wird jedem vergelten nach seinem Tun, wie es in Offenbarung 22,12 heißt: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie sein Werk ist. 
Ganz offensichtlich kommt es auf das Tun an, wenn es um Belohnung geht. Möge dieser Vers uns als Ermutigung in der Nachfolge gelten.

                                                                                                                                            VM.