Christengemeinde Neuss - Mainstraße 85   Neuss-Norf

Bibelvers des Monats 
Oktober 2017


Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lukas 15,10
 


Worüber freuen sich Engel? Eine seltsame Frage, nicht wahr? Die wenigsten Zeitgenossen können sich unter dem Begriff „Engel“ etwas Reales vorstellen. Sollten das wirklich diese pausbäckigen blonden Lockenköpfe mit Nachthemd ähnlichen Gewändern und Flügeln sein? Nein, natürlich nicht!
Die Existenz der Engel als Geschöpfe Gottes wird durch die ganze Bibel bezeugt. Gelegentlich erscheinen sie Menschen als Boten Gottes in Menschengestalt, äußerlich meist wie gewöhnliche Männer. Doch im Allgemeinen leben sie als Diener Gottes in der für uns unsichtbaren Wirklichkeit des Himmels, in der unmittelbaren Nähe Gottes. 

Der oben genannte Vers aus dem Lukasevangelium verrät, dass Engel Gefühle haben: sie empfinden offenbar Freude. Diese Aussage steht in der Bibel im Zusammenhang mit der bewussten Umkehr eines Menschen von seinem bisherigen Lebenswandel und seiner vertrauensvollen Hinwendung zu Gott, dem barmherzigen und vergebenden Vater.   
Doch welcher Mensch ist denn ein „Sünder“, und was bedeutet es Buße zu tun?
In der Bibel finden wir eine klare Antwort auf diese Fragen.

Gott liebt seine Geschöpfe; die Menschen, die er geschaffen hat. Er liebt mich: ich habe seine Liebe schon oft erfahren. Und er liebt auch Sie, ganz gleich, was Sie bisher aus ihrem Leben gemacht haben.
Dennoch: Von sich aus ist kein einziger Mensch gut genug, um bei Gott sein zu dürfen, um ewiges Leben zu haben. In der Bibel heißt es:
Alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck ... (Römer 3, 23 NGÜ)
Jeder Mensch, der nur ein bisschen ehrlich zu sich selbst ist, muss sich eingestehen, dass er nicht sein ganzes Leben lang fehlerlos gelebt hat. Das ist für einen Menschen völlig unmöglich. Und der größte Fehler, den ich als Mensch in Bezug auf Gott machen kann, ist der, Gott und seinen Anspruch auf mein Leben einfach zu ignorieren.
Meine Schuld, meine Sünde trennt mich also von Gott? Das konnte ich früher gar nicht akzeptieren.
Ich war nämlich eigentlich nach landläufigen Maßstäben ganz brav gewesen: weder Mord noch Diebstahl (naja, so ein bisschen Büromaterial aus der Firma, macht ja jeder); wenig Lügen (die eine oder andere „Notlüge“ vielleicht), ansonsten eher friedlich und unauffällig – ich fand mich eigentlich ganz okay. Und Gott fand ich eigentlich auch ganz okay. Wenn mich damals jemand fragte, dann sagte ich: Doch, ja, ich glaube an Gott. Vielleicht sagte ich sogar: Hm, das mit Gott finde ich gut. Ich habe mich allerdings nie gefragt, wie Gott mich denn so fand...
Ist das Glaube? Ich habe damals an Gott geglaubt wie an die Existenz des Kommunismus: ja, ich war fest davon überzeugt, dass es ihn gibt, obwohl ich selbst noch nie in einem kommunistischen Land gewesen war; ich glaubte auch, dass der Kommunismus das Leben vieler Menschen bis ins Einzelne beeinflusste – aber mich ganz persönlich berührte das eigentlich nicht sonderlich. Es war ja weit weg.
Mein sogenannter Glaube an Gott war eigentlich genau das Gleiche: Gott war für mich weit weg, er hatte keinen großen Einfluss auf mein Leben.
Und genau das war meine Sünde: dieses falsche Selbstbewusstsein, die Arroganz zu glauben, dass ich selbst weiß, was das Beste für mich ist. Die Vermessenheit, selbst entscheiden zu wollen, was Recht und Unrecht, was Gut und Böse ist. Diese stille und unauffällige Rebellion gegen die Gottheit Gottes.
Das war es, was mich von meinem Gott getrennt hat wie ein tiefer Graben, den ich aus eigener Kraft nicht überwinden konnte.
Nun, wenn dieser tiefe Graben der Sünde mich jetzt von Gott trennt, dann könnte Gott doch sagen: Ist halt so. Spätestens nach dem Tod merkt ja jeder, dass die Sache mit Gott doch stimmt. Also: Schwamm drüber, alle rein in meinen Himmel ...
Nein, das kann Gott nicht sagen, weil er Gott ist. Und Gott ist nicht nur Liebe, er ist auch gerecht und heilig. Er kann nichts Ungerechtes und nichts Unheiliges in seiner Nähe dulden.
Was kann ein Mensch da tun?
Absolut nichts.
Kein Mensch hat von sich aus die Möglichkeit, zu Gott zu kommen. Alle Versuche, Gott durch gute Werke oder ein religiöses Leben zu beeindrucken, sind ungefähr so sinnvoll wie der Versuch, mit Hilfe einer Strickleiter eine Wolke zu besteigen ... Nur Gott kann diese Distanz von sich aus überbrücken – aus Gnade.
Deswegen geht der Vers aus dem Brief an die Römer auch weiter:
... und dass sie für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es ist sein freies Geschenk, aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus. (Römer 3, 24 NGÜ)
Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Weg zu Gott und zum ewigen Leben, und dieser Weg ist der Glaube an Jesus Christus. Jesus sagt von sich selbst im Johannesevangelium:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. (Johannes 14,6)
Jesus hat als Unschuldiger die Sünde der ganzen Menschheit getragen; er hat stellvertretend für meine Schuld bezahlt. Und weil ich an ihn glaube, weil er mein Erlöser und mein Herr ist, habe ich schon jetzt das ewige Leben. Ich bin mir sicher, dass ich nach dem Tod meines Körpers bei meinem Gott im Himmel leben darf – und zwar ewig.
Das bedeutet es, Buße zu tun. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Haben die Engel Gottes auch für Sie schon ein Freudenfest gefeiert? (IG)
 
 

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